Der Kandidat
Hallo,
mein Name ist Dirk Marky, und ich möchte Ihr Bürgermeister werden. Das heißt, wenn ich zur Wahl überhaupt antreten darf! Da die Piratenpartei (noch) nicht im bayerischen Landtag sitzt, benötige ich 340 Unterstützerunterschriften von Bayreuthern – auch Ihre Unterschrift ist wichtig.

Doch erstmal zu mir: Ich wurde am 25. Mai 1966 in Kaiserslautern geboren, bin aber seit meiner Grundschulzeit im Bayreuther Raum ansässig. Nachdem ich die FOS absolviert hatte, machte ich eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel. Anschließend leistete ich Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt in der Schwerstbehindertenbetreuung. Von 1990 bis 1995 arbeitete ich als Angestellter in einem Industriebetrieb in Bayreuth. Anschließend zog es mich nach Berlin. Im Jahre 2001 trat ich in die Selbsständigkeit und gründete ein erfolgreiches Hostel. Später kam ein weiteres Hostel in Nürnberg dazu.
Seit 2009 bin ich Mitglied der Piratenpartei und lebe wieder im Landkreis Bayreuth. Einerseits, weil ich mich um meine demente Großmutter kümmern möchte und andererseits, weil ich im Herzen meiner Heimat immer treu geblieben bin.
In Bayreuth möchte ich die Politik der Piratenpartei auch lokal etablieren, das heißt für mich eine transparente, ehrliche und bürgernahe Politik zu ermöglichen. Daneben möchte ich besonders die Jugend und die jungen Familien in Bayreuth fördern, denn nur mit Ihnen wird Bayreuth eine Zukunft haben und kann über sich hinauswachsen. Über meine Ziele für Bayreuth und die Politik der Piratenpartei im Allgemeinen können Sie sich unter anderem auf dieser Website informieren.
Wenn Ihnen das zuspricht, was Sie hier lesen, so würde ich mich freuen, wenn Sie mich unterstützen würden, damit ich zur Wahl überhaupt antreten darf. Dazu brauche ich Ihre Unterschrift! Diese können Sie im Raum 306 im Bayreuther Rathaus beim Wahlleiter leisten. Mehr erfahren Sie auf der Unterseite Unterschreiben.
Ihr Dirk Marky
Wie würdest Du Dich in der politischen Skala einstufen: Eher Rot oder eher Gelb? Euer Bundesvorsitzender macht ja eher auf FDP 2.0 – Siehst Du Dich da auch eher?
Kommentierst Du auch mal?
Ja, ich antworte auch, es soll keine Entschuldigung sein, aber ich bekam von Deiner Anfrage keine mail, was eigentlich sein sollte – aber egal, hier meine Antwort:
Eigentlich sagst Du es ja schon, Sebastian “macht” einen auf FDP 2.0, ich kenne ihn persönlich, habe lang mit ihm auch debattiert, und kann Dir sagen der Eindruck stimmt so nicht. Aber Du fragtest ja mich und nicht ihn, also:
Die Piraten sammelten sich aus dem kompletten nichtradikalen Spektrum der politischen Landschaft. Ich gehöre dem linken Flügel der Partei an. Weisste, man kann mich getrost als eher roter einstufen, ich hab halt mit “rot” das Problem, dass die z.B. Hartz IV eingeführt haben und damit meiner Meinung nach sozialen Sprengstoff erst in die Gesellschaft reingetragen haben anstatt den schon vorhandenen rauszutragen. Mit grün isses ähnlich, ja mir ist eine Umstellung auf eine nachhaltige Wirtschaft ein Herzensanliegen, ich bin seit Tschernobyl vehementer Gegner der Kernkraft – und trotzdem komm ich mit den grünen nicht auf den grünen Zweig, weil ich die 1. als (teilweise) Technologiefeindlich ansehe 2. die schon einen gern vorschreiben wie man korrekt zu leben hat, was bei mir eine Trotzreaktion hervorruft. Alles in allem kannst Du mich in die linksliberale Ecke stecken. Lies mal die Freiburger Thesen der FDP, sicher staunst Du genauso wie ich, was da so steht: http://www.freiheit.org/files/288/1971_Freiburger_Thesen.pdf Das könnte ich so unterschreiben, die heutige FDP find ich zum kotzen, sowohl vom Programm als auch von den Personen im berliner FDP Zoo, Ausnehmen muß ich Leutheusser-Schnarrenberger und Gerhard Baum alle anderen gehören auf die Müllkippe der Geschichte Deutschlands, und ich staune immer wieder zuzusehen wie sich die FDP selbst zerlegt, ich werde sie nicht vermissen!
Sehr geehrter Herr Marky,
Ich habe mitbekommen, dass die Piraten für die kommende Bürgermeisterwahl mit Ihnen an der Spitze kandidieren möchten, doch ich bin noch recht unschlüssig was ich davon halten soll. Ich hätte einige Fragen zusammengetragen und würde mich freuen, wenn sie mir die beantworten könnten:
1. Was qualifiziert Sie denn Ihrer Ansicht nach für den Posten des Bürgermeisters unserer schönen Stadt Bayreuth?
2. Ich habe auch diesen “Kaperbrief” Ihrer Partei gesehen. Meinen Sie nicht, dass der Artikel mit dem Titel “Götterdämmerung” etwas arg reißerisch gehalten ist bzw. hat Bayreuth keine weiteren Sorgen um die man sich eher kümmern müsste? Könnten Sie da einige beispielhafte Dinge benennen, die Sie angehen würden?
3. In Ihrem Kaperbrief habe ich auch gesehen für was die Piraten alles stehen. Doch ich verstehe einerseits nicht was genau das alles mit der Stadt Bayreuth zu tun haben soll und zum zweiten ist das doch recht nichtssagend.
Was ich damit meine: Wo ist der konkrete Inhalt hinter vielen dieser allessagenden Universalphrasen, die sich schon andere Parteien auf die Fahne geschrieben haben? Was berührt mich als Bürger der Stadt? Wie können mir die Piraten hier etwas bringen?
4. Zuletzt noch eine kleine (optionale) Einschätzungsfrage: Rechnen Sie damit, dass Sie bei der Wahl auf dem Wahlzettel stehen werden? Wenn dem so ist, malen Sie sich realistische Chancen aus auch tatsächlich gewählt zu werden?
Wie bereits gesagt: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir meine kleinen Fragen beantworten könnten. Auch muss ich loben, dass Sie den technischen Fortschritt auch nutzen und einem überhaupt die Möglichkeit eröffnen unmittelbar online Fragen an Sie zu richten.
Mit freundlichen Grüßen,
Joachim T.
Hallo Herr T.
Ich bedanke mich herzlich für Ihre Fragen und gebe Ihnen gerne Antwort:
Zu 1.
Mich persönlich qualifiziert meine Lebenserfahrung, meine Berufserfahrung und vor allem meine Sichtweise auf das Amt, welche ich mit den Stichworten „Respekt“ und „kindlicher Neugier“ beschreiben möchte.
Was mich aber zu einem guten Bürgermeister machen würde, ist die Tatsache, dass ich keine Hausmacht im Stadtrat habe. Dies ist für mich sicherlich eine beschwerliche Situation, für die Stadt aber eine gute, ich bin gezwungen lagerübergreifend zu denken und Kompromisslinien zu finden. Daher bin ich der Kandidat, welcher wirklich lagerfreie Politik für Bayreuth machen kann, und ich glaube dass nur eine neutrale Politik eine gute sein kann.
Zu 2.
Nein, ist der Artikel meiner Meinung nach nicht. Angesichts der Zuschüsse die Stadt, und das Land den Festspielen zuschießen, müssen die Festspiele einen Mehrwert für alle Bürger der Stadt haben, den sehe ich derzeit nicht. Und glauben Sie mir, es wäre auch nicht schwer, man muss es halt nur wollen.
Andere Dinge die ich angehen würde:
- sinniges und durchgehendes Radwegenetz in ganz Bayreuth (Radeln sie mal von der Uni auf dem Markt, dann wissen Sie was ich meine).
- Bayreuther Sozial Siegel (Eine Art Auszeichnung für nachhaltiges Wirtschaften)
- Bürgerbudget, ein festes jährliches Budget, über dessen Verwendung allein die Bürger entscheiden.
- Sofortige Wiedereröffnung der Schokofabrik als selbstverwaltetes Jugendzentrum.
- Keine verlängerten Sperrzeiten.
- Nutzung für den Loher finden, das Reichshof als offene Bühne wiedereröffnen.
- Überprüfung der Buslinien (Ich denke an zwei entgegengesetzte Ringlinien)
- Vollste Unterstützung für die Landesgartenschau 2016 ohne Rückbau.
- Etablierung des Festspielhauses als internationale Bühne für unplugged Konzerte.
- Ausbau der Stadthalle zum Kongresszentrum.
Zu 3.
Was das alle mit der Stadt Bayreuth zu tun hat? Sehr viel! Aber dazu muß ich tatsächlich etwas weiter ausholen: Wir Piraten stehen für ein anders Verständnis von Politik. Ich ersetze jetzt mal den Begriff „Partei“ durch „Meinungsanbieter“ denn genau das sind sie ja auch geworden. Ihre zweite Frage geht ja auch genau die diese Richtung, sie fragen mich als Vertreter der Piraten um eine „Meinung“, welche Sie dann entweder gut oder schlecht finden können. Das wird aber den Piraten höchstens zu 50% gerecht. Uns geht es mindestens bei den anderen 50% darum wie Politik gemacht wird und nicht welche! Mir persönlich ist es doch eigentlich wurscht ob ein Brunnen am Markt gebaut wird oder wie der aussieht, wichtig ist doch, ob die Bayreuther Bürger das wollen und wie sie es wollen. Und genau dahin gehen unsere großen Forderungen an die Politik: Transparenz und Bürgernähe. Dass diese Begriffe grad von den anderen Meinungsanbietern „gekapert“ werden, das sehe ich auch, aber bei den Piraten ist es die Genetik, quasi der „Urgedanke“. Wir wollen das wie Politik gemacht wird auf ein anderes Level heben und die Idee hierfür heisst „Liquid Democracy“, das Werkzeug „Internet“ und die praktische Umsetzung innerhalb der Piraten „Liquid Feedback“ . Hier mal der Link zum Liquid Feedback der deutschen Piraten, einfach mal reinklicken und uns bei der „Meinungsfindung“, welche dann Parteimeinung ist, zugucken: https://lqfb.piratenpartei.de
Sie fragen mit Recht, was das alles mit Bayreuth zu tun hat, nun ja, so was lässt sich sicher einfacher umsetzen je kleiner ein „System“ ist, und das „System“ Stadt ist kleiner als das „System“ Land. Wir bringen das Mitspracherecht an die Bürger zurück, und die haben dann die Wahl ob sie es wahrnehmen oder delegieren möchten, was meiner Meinung nach der Weg ist um politischen Frust aufzubrechen und die Bürger wieder mit „denen da oben“ zu versöhnen. Wir nutzen die Möglichkeiten die uns das Internet bietet (Vernetzung von Menschen) als Demokratieinstrument, sozusagen Demokratie 2.0. Dieser angestrebte Systemwechsel erklärt auch warum wir uns immer so winden wenn wir zu diesem oder jenem Thema um eine Meinung gefragt werden. Der Gedanke dahinter ist: “Wiso fragt ihr uns das, dass ist euer Land/Stadt, ihm müsst doch wissen was ihr wollt.
Zu 4. Im Augenblick steht’s schlecht, aber es ist erst vorbei wenn es vorbei ist. Darum möchte ich Sie auch bitten auf das Rathaus (Zimmer 306) zu gehen und mit Ihrer Unterschrift dafür zu sorgen dass es klappt. Ob ich dann gewählt werde oder nicht, ist mir eigentlich auch egal, ich hab genug zu tun. Wir sind nicht gekommen um an die „Tröge“ gelassen zu werden, sondern wir sind eher Politiker aus Notwehr. Wie die Piraten ticken, das wurde gestern in der ARD gut dokumentiert.
Ich werde morgen und am Samstag vor dem Bayreuther Rathaus stehen, und gern noch weitere Fragen beantworten.
In diesem Sinne, mit freundlichen Grüßen
Dirk Marky